Plastikfreie Morgenroutine

TEXT: ALLEGRA WOLFF / ILLUSTRATIONEN: ESTHER PERRIG / 05.06.16

Zero Waste – Lifestyle – 10 Tipps, für eine plastikfreie Badezimmer-Routine

Der Wecker klingelt und die Augen sind kaum aufzuhalten. Wir schlurfen in Richtung Küche, um den Tee aufzusetzen. Danach geht es ins Badezimmer: Unter der Dusche seifen wir uns mit Duschgel aus der Plastikflasche ein, wir putzen uns die Zähne mit unserer Plastikzahnbürste, auf die wir Zahnpasta aus der Plastiktube drücken. Der Wegwerfrasierer wird gezückt und wenn wir aus der Dusche steigen, säubern wir unsere Ohren mit Wattestäbchen, die wir anschliessend in den Müll schmeissen. Ganz zu schweigen vom Deodorant, Parfum und Make-Up, das wir zusätzlich benutzen.

Während unserer Morgenroutine kommen die meisten Menschen etwa mit zwölf Kosmetikprodukten in Kontakt, die alle aus Plastik sind und/oder nach ihrem Gebrauch entsorgt werden. Ganz schön viel Müll – und das allein im Badezimmer. Um den Zero-Waste-Lifestyle auch ins Bad zu bringen, sind hier zehn Tipps, um plastikfrei in den Morgen zu starten!

1. Putze deine Zähne mit einer Zahnbürste aus Bambus. Sie reinigt genauso effektiv und kann nach ihrem Gebrauch kompostiert werden.

2. Statt Zahnpasta in der Tube zu kaufen, mach sie doch ganz einfach selbst! Dafür brauchst du:

  • 􏰀  3 EL geschmolzenes Kokosöl
  •  1-2 EL Natron
  • 25 Tropfen reines Pfefferminzöl

Vermische die Zutaten in einem kleinen Gläschen. Falls dir die Mischung zu salzig schmeckt, gib 2-3 Tropfen flüssiges Stevia hinzu. Das war’s schon – sehr simpel.

3. Lass den Plastikrasierer im Laden und kaufe dir stattdessen einen Sicherheitsrasierer. Dieser Rasierer hält dir ein Leben lang, wenn du ihn gut pflegst und ist für jede Körperregion geeignet. Mit einem Satz Rasierklingen kommst du Monate lang aus und brauchst für deine Rasur nicht mal Rasierschaum, wenn du stattdessen eine feste Rasierseife benutzt.

4. Du brauchst dein Make-Up nicht mehr mit Tüchlein oder Wattepads entfernen. Investiere lieber in wiederverwendbare Baumwollpads – oder nähe sie aus alten Stoffresten selber. Kokosöl eignet sich hervorragend als Make-up-Entferner und macht deine Haut gleichzeitig schön weich.

5. Wo wir gerade beim Kokosöl sind: Dieses Öl ist so vielseitig, dass es schon fast unheimlich ist. Ob zum Abschminken, in der Küche, als Bodylotion, für das morgendliche Ölziehen oder als Conditioner – es gibt fast nichts, was du mit Kokosöl nicht machen kannst. Probier’s aus!

6. Deo hat eigentlich eine schützende Funktion, doch das oft enthaltene Aluminium ist ein Giftstoff und kann uns auf Dauer krank machen. Sowieso kommt Deodorant praktisch immer in Plastikhüllen daher. Du kannst aber ganz einfach ein eigenes D.I.Y-Deo herstellen. Dazu brauchst du:

  • 􏰀  3 EL geschmolzenes Kokosöl
  • 􏰀  2 EL Natron
  • 20-30 Tropfen ätherisches Öl deiner Wahl (Teebaum- und Lavendelöl riechen toll!)

Ähnlich wie bei der Zahnpasta, verrührst du auch hier die Zutaten miteinander und füllst die Paste in ein kleines Schraubdöschen. Du kannst jedes beliebige Duftöl verwenden – ganz nach deiner Nase. Das Natronpulver hält unangenehmen Schweissgeruch fern.

7. Gute Neuigkeiten: Auf Parfum musst du zum Glück nicht verzichten. Lush bietet eine grosse Auswahl an festen Parfums, die in wiederverwendbaren Aludöschen verpackt sind. Auch Pony Hütchen hat feste Parfums im Angebot, die vegan sind. Yay! Eine Suche über Etsy.com lohnt sich hier übrigens sehr.

8. Die Seifenmanufaktur Savion verkauft alle möglichen Seifenarten. Hier finden sich diverse vegane Naturkosmetikseifen für Haut, Haar und Bart.

9. Die Bauchschmerzen setzen ein und am nächsten Morgen entdeckt man den ersten roten Blutfleck in der Unterhose oder auf dem Bettlaken. Statt ins Bad zu rennen und sich den nächsten Tampon zu krallen, kannst du deinen Uterus, die Umwelt und dein Portemonnaie ein bisschen glücklicher machen: Mit einem Diva Cup! Der kleine Silikonbecher fängt deine Periode auf, hält Jahre und ist mit etwas Eingewöhnung leicht zu benutzen und zu säubern. Das Beste ist allerdings, dass man nicht Gefahr läuft, TSS zu bekommen. Falls du lieber Binden trägst, schau doch mal nach wiederverwendbaren Stoffbinden. Die gibt es in vielen Farben, Grössen und Stärken und nach der Benutzung kannst du sie in den Wäschekorb schmeissen.

10. Wattestäbchen sind trotz ihres guten Rufs gar nicht so gesund. Durch die drehende Bewegung im Ohr, wird das Wachs immer tiefer in die Ohrmuschel gedrückt und verstopft so den Gang. Zudem reinigt sich das Ohr normalerweise selbst – das Wachs schützt vor Bakterien und Staub. Manchmal reicht es schon, das Ohr unter der Dusche mit dem kleinen Finger zu reinigen. Für eine gründlichere Reinigung gibt es Oriculi – das sind kleine Holzstäbchen, die durch ihre gerundete Endung Ohrschmalz effektiv entfernen und danach einfach gewaschen werden können. Oriculi gehören seit Jahrhunderten zur japanischen Tradition.

Es gibt bestimmt den einen oder anderen Tipp, der auch für deine Morgenroutine gut funktioniert. Probier dich durch und verrate uns in den Kommentaren, was dir besonders gut gefallen hat.

Viel Spass!