Nein zu Tierversuchen

Text: Irene Varga, Gründerin der IG Tierversuchsverbotsinitiative CH

Tierversuche sind nicht nur ethisch höchst problematisch, sondern gaukeln uns oft eine falsche Sicherheit vor. Denn Forschungen am Tier lassen nur unzureichende Schlüsse auf den Menschen zu. Nicht selten bergen zugelassene Substanzen gar erhebliche Gefahren für den menschlichen Organismus. Die „Tierversuchsverbots-Initiative“, die 2017 lanciert wird, hat das Ziel, Tierversuche komplett abzuschaffen und gleichzeitig alternative Forschungsmethoden zu fördern.

Es ist Zeit für eine Wende. Zeit für mehr Sicherheit und Gesundheit für Mensch, Tier und Umwelt. Zeit für patientengerechte, tierversuchsfreie Modelle. Mit schönen Worten wie „sorgfältig“ oder „würdig“ und dem kameratauglichen Herrichten von Käfigen versuchen Forschung und Medizin von der Grausamkeit und den Missständen bei Tierversuchen abzulenken.

Dabei bietet die moderne Forschung bereits heute etliche tierversuchsfreie Möglichkeiten: Experimente mit Zellen, Zellsystemen, Geweben oder Organteilen sowie die Computerüberwachung von Organen sind möglich. Das Wissen stammt aus Bereichen wie der Organischen Chemie, der Biochemie, der Mikrobiologie sowie aus Statistiken. Diese vorhandenen Möglichkeiten müssen ausgeschöpft und fokussiert weiterentwickelt werden.

Risiken auch für den Menschen

Heute setzen sich ProbandInnen und PatientInnen grossen Risiken aus; die nach Tierversuchen freigegebenen Substanzen sind mehrheitlich fehlerhaft: Keine 10 % (!) der an Tieren getesteten und für gut befundenen Substanzen schaffen es auf den Markt. Doch auch mindestens die Hälfte an Tieren und Menschen getesteter und für den Markt zugelassener Substanzen sind fehlerhaft – sie müssen nachgebessert oder zurückgezogen werden.

Vision für die Schweiz

Die Suche nach Alternativen, Machbarkeitsüberlegungen, Forschung und Lernen müssen am Anfang des Entwicklungsprozesses von Medikamenten passieren und nicht am Ende. Wer in der Schweiz Medikamente produzieren will, soll klare, fortschrittliche Regeln vorfinden, die auf patientengerechte, tierversuchsfreie Modelle setzen. Die Schweiz könnte hier in Sachen Forschung eine Vorreiterrolle einnehmen. Wo heute noch ein wirtschaftlicher Nachteil befürchtet wird, kann schon morgen ein globaler, unbezahlbar wertvoller Vorsprung entstehen.

HelferInnen gesucht

Um die Tierversuchsverbots-Initiative erfolgreich zu lancieren, brauchen wir sehr viele Helferinnen

und Helfer, sei es zum Sammeln von Unterschriften sowie für administrative oder organisatorische Tätigkeiten. Möchtest auch du dich für ein Verbot gegen Tierversuche einsetzen? Dann melde dich als HelferIn per Mail unter irene.varga@sunrise.ch.