Kulinarischer Instagram-Tanz

TEXT: FLAVIA VON GUNTEN

Instagram ist das digitale Schlaraffenland für Foodies. An kaum einem anderen Ort finden Veganerinnen und Veganer so viel Inspiration für neue Kreationen wie auf der Foto-App. Auch Leute aus der Schweiz laden fleissig Daten hoch. Eine davon ist die Tänzerin Anna Pfister aus Zürich.

Über 12’800 Personen läuft das Wasser im Mund zusammen, wenn Anna Pfister auf ihrem Instagram-Profil @annashealthyveganfood ein Bild hochlädt. Bananenporridge, Proteinsmoothie und Sprossensalat – fast zweitausend Essensfotos haben sich seit der Gründung vor fünf Jahren auf ihrem Account angehäuft. Der hohen Follower-Zahl zum Trotz, die Motivation der 19-jährigen ist die selbe wie am Anfang: „Ich will die Vielfalt, die ein veganer Ernährungsstil eröffnet, aufzeigen. Ausser- dem möchte ich Leute inspirieren, sich pflanzlich zu ernähren.“ Mittlerweile profitieren nicht nur die Betrachterinnen und Betrachter von Annas Kreationen. Seit einigen Monaten kooperiert die Zürcherin mit veganen Restaurants und Supermärkten. Nimmt sie ein Bild von einem Produkt auf, oder hält sie ihren Besuch im Lokal fotografisch fest, erhält sie Gutscheine und Lebensmittel geschenkt. Druck, noch mehr Follower anzuhäufen, setze sie sich trotz den lukrativen Geschäften keinen auf.

Dieser zieht von alleine auf – 35 Stunden pro Woche schwitzt und schindet sich Anna an der Tanz Akademie Zürich. Ihr Ziel: Als Profitänzerin das Publikum auf den Bühnen dieser Welt zu verzaubern. Am liebsten „irgendwo wo es warm ist“. Damit sie sich ihren Traum erfüllen kann, müssen ihre Körpermasse stimmen. Ein Mal pro Monat müssen sich die Tänzerinnen an der Schule wiegen lassen. Vielen Kolleginnen von Anna verderbe diese Pflicht den Appetit, und nicht selten führe sie auch zu Essstörungen. „Dank meiner gesunden veganen Ernährung muss ich mir jedoch keine Sorgen um mein Gewicht machen. Ich esse, wenn ich hungrig bin und packe mir auf den Teller, worauf ich Lust habe“, stellt Anna klar.

Die vegane Ernährung wurde der Sportlerin in die Wiege gelegt. Ihre Mutter verzichtet seit sie 16-jährig ist auf tierliche Produkte. Ihrer Tochter liess sie stets die Wahl, was diese essen will. „Waren wir bei jemandem eingeladen, probierte ich Fleisch aus. Es schmeckte mir überhaupt nicht!“, erinnert sie sich. Auch Eier und Milchprodukte entsprachen nicht ihrem Geschmack und ihren ethischen Vorstellungen. Die Lektüre des Buches „Skinny Bitch“ mit 13 Jahren überzeugte sie, sich endgültig vegan zu ernähren. Zu ihrem Erstaunen kritisierten Kolleginnen Annas Ernährung nie – im Gegenteil: „Beeindruckt von meiner Energie, fragten deren Mütter nach, was ich denn esse, dass ich so stark sei und meine Leistung im Sport bringe.“ Persönlichkeiten wie Anna sind das beste Beispiel, dass die vegane Ernährung allen Vorteilen zum Trotz perfekt funktioniert. Dank Instagram kann sich die ganze Welt davon überzeugen.