Adieu Kuhmilch, hallo Pflanzenmilch

Mit Verlosung von 4 Litern pflanzlicher Milch, gesponsert von Eva’s Apples

Sojamilch, Hafermilch, Reismilch oder Mandelmilch? Die Auswahl an Pflanzenmilch kann sich sehen lassen. Bild: Alexandra Berg.

Text: Sandra Weber

Von klein auf hören wir, dass wir ohne Kuhmilch nicht gross und stark werden. Die emotionalen Werbesujets mit den tanzenden Kühen verraten uns dabei nicht, dass Kühe für unseren Milchkonsum massiv ausgebeutet werden. Und auch nicht, dass es tierfreundliche Alternativen gibt, die sehr lecker schmecken.

Für einige mögen die gesundheitlichen und ökologischen Gründe gegen den Konsum von Tiermilch sprechen – beides sehr gute Gründe, gar keine Frage. Mich persönlich haben jedoch insbesondere die tierethischen Probleme dazu bewogen, mich von Kuhmilch & Co abzuwenden. Hierzu ein gekürzter Ausschnitt aus meinem E-Book „Vegan mit Kopf & Herz“, ein Umstiegratgeber für eine empathischere Ernährung, indem ich viele Tipps für den Umstieg auf eine vegane Ernährung gebe.

Milch gibt’s nur nach der Schwangerschaft

Damit eine weibliche Kuh Milch geben kann, muss sie zuerst schwanger gewesen sein. Ansonsten „gibt“ sie keine Milch. Es ist also ganz genauso wie bei den menschlichen Frauen, die „geben“ ja  auch nicht einfach so Milch, sondern eben nur, wenn sie vorher ein Kind zur Welt gebracht haben. Eine Geburt bringt den sogenannten „Milcheinschuss“ mit sich, das heisst, die Milch wird just in dem Moment zum ersten Mal produziert, in dem das Baby geboren wird, und zwar ganz einfach, um es zu ernähren.

Die Milch der menschlichen Frauen gehört, das stellt normalerweise niemand in Frage, ihren Babies. Die Natur hat schliesslich genau diese Milch für sie bereitgestellt. Und die Babies gehören zu ihren Müttern, damit sich diese um sie kümmern, sie nähren, beschützen, lieben können. Die Mütter empfinden im Normalfall eine starke emotionale Bindung zu ihrem Nachwuchs. Das gilt für menschliche Mütter genauso wie für Kühe, Ziegen, Katzen, Hunde, Löwen, Giraffen…

In den typischen Milchbetrieben kommen Kälber in Einzelboxen, wo sie mit einer Ersatznahrung (z.B. Milchpulver) gefüttert werden. Mutter und Kind rufen nacheinander, die Mutter möchte ihr Kind umsorgen, schliesslich sind alle ihre Instinkte zu diesem Zeitpunkt darauf eingestellt. Und das Kleine braucht die Fürsorge seiner Mutter. Es ist genau gleich wie bei einer menschlichen Mutter und ihrem Baby: die beiden zu trennen ist schlicht brutal. Während in der konventionellen Milchwirtschaft das Kalb direkt nach der Geburt, ein paar Stunden danach oder spätestens nach ein paar Tagen von der Mutter entfernt wird, dürfen Mutter und Kind bei der Produktion von Biomilch manchmal, jedoch auch da eher in Ausnahmefällen, etwas länger zusammen sein. Wenn wir Menschen die Milch des Kalbes beanspruchen wollen, steht uns das Kleine früher oder später eben einfach im Weg, dies auch bei der als besonders tierfreundlich propagierten Biohaltung.

Die Mutter

Die Kuhmutter muss wohl oder übel mit dem Schmerz leben, den sie über den Verlust ihres Kalbes empfindet. Sie wurde dafür bestimmt, „Milchkuh“ zu sein und wird mit Nahrung und entsprechenden Zusätzen auf Hochleistung getrimmt, sodass ihr Körper ein Vielfaches der natürlichen Milchmenge produziert. Täglich wird sie mehrmals gemolken, um die Milchproduktion auf hohem Niveau in Gang zu halten.

Wer selber schon mal gestillt hat oder dies im Bekanntenkreis mitgekriegt hat, weiss, dass nur schon das Stillen eines einzelnen Kindes eine Mutter sehr viel körperliche Energie kostet. Wie muss es sich wohl anfühlen, die xfache Milchmenge produzieren zu müssen? Ausgelaugtsein und Entzündungen der Brüste aka Euter können Folgen sein, dazu Mutlosigkeit, Verzweiflung und Apathie aufgrund der Trennung vom Kind.

Damit die „Milchkuh“ rentabel bleibt, muss sie spätestens nach einem Jahr, wenn der Milchfluss trotz aller leistungsfördernden Massnahmen zurückgeht, wieder geschwängert werden. Es geht also alles von vorne los: Schwangerschaft, Geburt, die erneute Trennung von Mutter und Kind. Und wieder wird die Kuh seelisch durch die Trennung von ihrem Kind, und körperlich durch die von ihr geforderte Hochleistung, erbarmungslos ausgebeutet.

Eine Kuh macht das in der Regel ca. 5 – 8 mal mit (dazu gibt es verschiedene Zahlen, das sind die durchschnittlichen Zahlen, die ich gefunden habe), dann wird sie zur Schlachtbank geführt, aus ihr wird Fleisch. Die Milchindustrie hängt somit unmittelbar mit der Fleischindustrie zusammen. Dass der Vegetarismus (eine Ernährung ohne Fleisch und Fisch) ohne das Schlachten von Tieren auskomme, ist somit leider eine Fehlannahme, der auch ich lange unterlag.

Die Kinder

Den weiblichen Kühen droht dasselbe Schicksal wie ihren Müttern. Ihr Leben und ihr Körper werden zu Geburts- und Milchmaschinen degradiert. Der männliche Nachwuchs, die Jungs, sind in der Milchindustrie wertlos. Bei Bedarf wird aus ihnen daher Kalb- oder später Rindfleisch. Auch hier sieht man den Zusammenhang zwischen Milch und Fleisch: Das Kaufen von Milchprodukten führt zum Elend der Kühe der Milchmaschinerie und früher oder später auf jeden Fall ins Schlachthaus.

Freundschaften & Familie

Kühe sind sehr soziale Tiere mit grossem Harmoniebedürfnis innerhalb ihrer Herde. Sie pflegen enge Bindungen zu Familienmitgliedern sowie Freundschaften. Durch das in der Nutztierhaltung ständig vorkommende Auseinanderreissen von Familie und Freunden erfahren die Tiere eine zusätzliche emotionale Belastung und Unsicherheit bis hin zu Depressionszuständen.

Keine Kuhmilch = Mangel an Nährstoffen?

Erfolgreich wird uns seit Generationen eingetrichtert, dass wir ausschliesslich mit Kuhmilch zu ausreichend Kalzium und anderen Nährstoffen kommen. Doch das stimmt nicht. Wir brauchen keine Kuhmilch, wir brauchen – als Babies – Menschenmilch. Und Kuhbabies brauchen Kuhmilch. Und Katzenbabies brauchen Katzenmilch. Und Hundebabies brauchen Hundemilch. Usw. Nur wir Menschen denken, dass wir die Muttermilch einer anderen Spezies brauchen.

Betreffend Kalzium: Wir brauchen auf jeden Fall insbesondere in unserer Kindheit genügend Kalzium, um als Erwachsene, und möglichst bis ins hohe Alter, stabile Knochen zu haben. Dies ist jedoch auch mit einer rein pflanzlichen Ernährung möglich. Mehr zum Thema Kalzium erfährst du in diesem Blogartikel.

Aber was sind nun die pflanzlichen Alternativen?

Keine Sorge, davon gibt’s genug, und bei weitem nicht nur die bekannte Sojamilch. Pflanzliche Milch findest du in veganen Läden und Onlineshops, in Bioläden sowie beim Grossverteiler. Dazu gehören – nebst Sojamilch – auch Reismilch, Hafermilch, Mandelmilch, Dinkelmilch, Hirsemilch und viele mehr. Es gibt diese Getränke jeweils nature sowie in verschiedenen Geschmacksrichtungen wie z.B. Vanille-Sojamilch oder Reismilch mit Mandeln. Ebenso gibt es pflanzliche Milchsorten, die mit Kalzium angereichert sind, z.B. Hafermilch. Die meisten Sorten sind ungesüsst, einige sind gesüsst. All diese Produkte werden fast ausschliesslich in Bio-Qualität angeboten. Soja-, Reis-, Mandel- und Hirsemilch sind zudem glutenfrei. 

Probiere dich durch möglichst viele pflanzliche Milchgetränke. Wenn dir eine Sorte überhaupt nicht schmeckt, kaufe das nächste Mal einfach eine andere. Ich bin sicher, du wirst deine Favoriten bald entdecken. Vielleicht magst du auch die eine Milch für den Kaffee, die andere im Müesli und eine weitere zum Kochen oder Backen. Probier’s aus! Und lass deinen Geschmacksnerven etwas Zeit, bis sie sich umgestellt haben.

Gegenüber der Kuhmilch, die es höchstens mit verschiedenen Fettgehalten gibt – oder laktosefrei, für diejenigen, die Kuhmilch eigentlich gar nicht vertragen (was wäre wohl hier die logische Lösung? 🙂 ) – ist bei Sojamilch und Co. die Auswahl riesig. So gross, dass man sich nicht nur für „die Eine“ entscheiden muss. Ist das nicht super?

Meine persönlichen Lieblingsmilche (!) sind: Die Reisdrinks von Coop (Sorten Mandel und Haselnuss), Vanille Sojadrink von Migros/Alnatura oder Provamel (im Vegan-/Bioladen.) Ebenfalls schmeckt mir die Hafermilch von Soyana sehr gut. Überhaupt solltest du dir im Vegan- oder Bioladen die tolle Auswahl der Marken Soyana, Isola Bio, Oatly und Hofgut Storzeln ansehen – du wirst über die Grösse und Vielfalt des Sortiments staunen.

Kaffeegetränke mit Sojamilch oder einer anderen pflanzlichen Milchsorte werden auch in immer mehr Cafés und Restaurants angeboten. Am besten immer danach fragen – je mehr ein Produkt nachgefragt wird, desto grösser die Chance, dass es ins Sortiment aufgenommen wird. So kannst du auch persönlich mithelfen, die tierfreundlichen Milch-Alternativen voranzutreiben.

Verlosung

Du kennst dich noch nicht so aus mit der Pflanzenmilch? Macht nichts! Hier hast du eine tolle Chance, gleich ein ganzes Paket zu gewinnen!  Wir verlosen 4 Liter Pflanzenmilch (1 x Sojamilch, 1 x Reismilch, 1 Hafermilch, 1 x Mandelmilch) in Bioqualität, gesponsert vom veganen Laden und Onlineshop Eva’s Apples. Mitmachen kannst du bis Montag, 3. April, 20 Uhr. Viel Glück!

Danke, dass du dich für Pflanzenmilch entscheidest 🙂

Teilnahme Verlosung "Pflanzenmilch"

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